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Comau-Mitarbeiter

Globale Präsenz, globales Management

Interview mit Gianluca Bianco, Powertrain Chief Operating Officer

Gianluca über die globalen Herausforderungen für Powertrain

Gianluca Bianco

Chief Operating Officer, Powertrain Machining & Assembly

Die Fähigkeit, jedem Powertrain-Bedarf weltweit gerecht zu werden – von der Metallbearbeitung bis zu Montage.

Erzählen Sie uns über Ihren Werdegang bei Comau.

Meine berufliche Laufbahn als Ingenieur begann in Russland, gerade als Comau durch den Zusammenschluss der Unternehmen entstand, die 1970 am Bau des russischen Werks Togliattigrad beteiligt waren. Nach meinem Abschluss in Luftfahrttechnik verbrachte ich sechs Monate für meine Diplomarbeit in Russland – ich war der erste Europäer, der eine technische Dissertation in Russland schrieb.

Ich habe Projekte in den USA, Mexiko, China, Korea und Frankreich geleitet. Zu Comau kam ich 2001 als Project Manager für Metallbearbeitung und Montage. Anschließend wurde ich zum Platform Manager befördert und habe Projekte bei unserem Kunden FIAT/GM Europe betreut. Von 2006 bis 2010 habe ich Projekte für europäische und amerikanische Kunden koordiniert. Zunächst als Metal Cutting Program Manager Europe und später als Program Management Director Europe und Management Director USA.

2010 habe ich mit Unterstützung eines speziell zusammengestellten Teams den Geschäftszweig eComau ins Leben gerufen. Als eComau Product Line Director habe ich die Produktlinie entwickelt, die energieeffiziente Lösungen für industrielle Prozesse bereitstellt. Von 2009 bis 2012 war ich als Fiat & Chrysler Global Account Executive für die weltweite Kundenbetreuung verantwortlich – von der Auftragsbeschaffung bis zur Anpassung technischer Lösungen an kundenspezifische Erfordernisse. 2012 wurde ich zum Business Unit Director Europe ernannt und war in dieser Funktion für das Handelsergebnis, den Kapitalfluss und die Auftragsbeschaffungsziele zuständig. Meine derzeitige Position ist die des Chief Operating Officer of the Powertrain Business Unit. Hier besteht meine Aufgabe darin, kurz- und mittelfristige Strategien für die Geschäftsentwicklung zu definieren und umzusetzen und das Erreichen geschäftlicher und finanzieller Zielvorgaben sicherzustellen. Des Weiteren bin ich für die Finanz- und Ertragslage verantwortlich.

Was waren Ihre wichtigsten Fortbildungserfahrungen bei Comau?

Nur eine Woche, nachdem ich zu Comau gekommen war, wurde ich zusammen mit einem Team unseres Kunden Iveco nach Deutschland geschickt, um den Verkauf einer Maschine vorzubereiten. Um ehrlich zu sein, war es eine neue Erfahrung für mich, den rein technischen Aspekt zu behandeln. Und dennoch hat sich mein fachlicher Hintergrund als ausschlaggebend für den Erfolg des Projekts erwiesen. Das war eine besondere Erfahrung für mich, durch die ich viel gelernt habe.

Eine zentrale Fortbildungserfahrung ist der Aufbau von Beziehungen zu Führungskräften bei Kunden und Zulieferern in einem anderen Land mit anderer Sprache und Kultur. Situationen wie diese gehören zum Alltag bei Comau. Die Weiterbildung findet jeden Tag in der Praxis statt. Besonders prägende Erfahrungen habe ich in meiner Zeit als Projektmanager gemacht.

Was sind die wesentlichen industriellen Herausforderungen für Comau Powertrain Machining & Assembly?

Die industriellen Herausforderungen für den Powertrain-Sektor werden vom Markt bestimmt: Markteinführungszeit und Vielseitigkeit. Die Markteinführungszeit verschärft sich zunehmend, weil die Autobauer ihre neuen Modelle in immer kürzeren Intervallen vorstellen. Folglich müssen auch unsere eigenen Produkte und Projekte fertig sein. Vielseitigkeit hinsichtlich Stückzahlen und Fertigprodukte ist auch für unsere Linien wichtig. Außerdem müssen wir in der Lage sein, uns auf neue Situationen und Produktionsanforderungen einzustellen.

Die größte Herausforderung der letzten Jahren war die betriebliche Digitalisierung (die digitale Fabrik) mit der Erstellung virtueller Projekte. Indem man die Durchführungsphase weitgehend virtualisiert, können einige Projektphasen vorweggenommen und bereits in der Angebotsphase, vor der eigentlichen Projektakquise entwickelt werden. Das erlaubt eine weitere Verkürzung der Markteinführungszeit.

Was Powertrain angeht, ist die digitale Fabrik bei Comau schon auf dem Weg. Wir simulieren Prozesse bereits in der Vorentwurfsphase.

Dabei wird ein 3D-Modell des Systems erstellt, um die Durchführbarkeit und Taktzeit des Prozesses zu simulieren. Das bedeutet, dass Aktivitäten, die derzeit noch in der Engineeringphase (d. h. nach der Auftragsbeschaffung) stattfinden, in eine frühere Phase wie die technische Angebotsphase vorverlegt werden.

Durch diese Verbesserung können wir mögliche Risiken bewerten, Produktionsabläufe optimieren, die Markteinführungszeit verkürzen und so auf innovative und unverkennbare Weise zeigen, dass wir unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten. Die erste Anwendung wurde in Brasilien für FCA entwickelt. Dank 3D-Modellsimulation konnte der Benutzer das System virtuell von innen betrachten.

Stellen Sie sich einmal kurz vor, Sie wären Kunde. Wenn Sie ein Automobilunternehmen wären: was würden Sie Comau Powertrain fragen?

Ich würde mich nach vier Dingen erkundigen:

  1. Innovation, um der Konkurrenz stets einen Schritt voraus zu sein.
  2. Zuverlässigkeit, um Zusagen einzuhalten.
  3. Rasche Problemlösung, sowohl in der Projektphase als auch in der After-Sales-Phase.
  4. Technische Kompetenz, die solide und bewährt ist.

Was sind die drei wichtigsten Dinge, die Comau einem Kunden aus der Automobilindustrie bieten kann?

1. Service und Kundenbetreuung. Wenn ein Unternehmen eine strategische Investition tätigt, möchte es sich durch unsere fortgesetzte Unterstützung absichern. Das Comau-Team kümmert sich um das Projekt auch noch, nachdem die Fertigungslinie geliefert wurde. So kann sich der Kunde sicher fühlen.

Kundenbetreuung ist unsere große Stärke. Da wir uns ein oder zwei Jahre am Standort des Kunden aufhalten, sammeln wir wertvolle Erfahrungen, die für die Umsetzung und Optimierung des Projekts in Bezug auf eine zukünftige Weiterentwicklung oder Wiederverwendung wichtig sind. Ein Beispiel dafür könnte die Produktion eines anderen Modells sein. Zudem kann es enorm wichtig sein, sowohl zu wissen, welchen Fertigungsansatz der Kunde hat, als auch die Prozesse und den „Charakter” des Kunden zu kennen, wenn es nämlich um die Planung des nächsten Projekts geht.

2. Leistungsbereitschaft. Für jedes Projekt gibt es ein Team mit entsprechenden Ressourcen, die ausschließlich dem Kunden zur Verfügung stehen. Wir laden unsere Kunden ein, sich unsere Einrichtungen – in denen wir jedes Powertrain-Projekt fertig stellen und testen – anzusehen, um ihnen unser gesamtes Potenzial zu zeigen.

3. Erfahrung. Sehr wichtig ist es, ähnliche Projekte als Referenz vorweisen zu können: unsere ist Know-how, das sich nicht improvisieren lässt. Wir verweisen auf vergleichbare abgeschlossene Projekte, ohne im Detail auf spezielle Lösungen und Innovationen einzugehen, was aus Gründen der Vertraulichkeit naheliegend ist.

Was unterscheidet Powertrain von seinen Mitbewerbern

Auch hier gibt es drei wesentliche Faktoren.

1. Unser globales Angebot und globales Netzwerk Keiner unserer Mitbewerber arbeitet mit zwei verschiedenen Produktlinien – Montage und Metallbearbeitung.

So können wir uns abgrenzen, weil kein anderer beide Sektoren abdecken kann.

Der globale Charakter des gesamten Projekts geht Hand in Hand mit dem globalen Charakter der Maßnahme. Wir sind das einzige Unternehmen mit globaler Präsenz, und wir können gleichzeitig identische Linien weltweit liefern. Um Ihnen ein Beispiel dafür zu geben, was ich meine: wir können in den USA entwickeln und nach China oder Brasilien liefern. Mit anderen Worten: wir sind global präsent und lokal verfügbar.

2.Innovation

Die Kunden kennen das Innovationspotenzial von Comau und entscheiden sich aus genau diesem Grund für uns.

SmartRob, eine automatisierte Roboterstation, ist ein gutes Beispiel dafür, weil seine Funktionsmerkmale und Leistungsfähigkeit weltweit unübertroffen sind.

​3. PTWA

„Plasma Transferred Wire Arc” ist eine neue Technologie, die nur Comau verwendet.

Es ist ein Thermospritzverfahren, das Zylinder mit einer metallischen Schutzschicht versieht, wodurch die Motorleistung erhöht und Emissionen verringert werden.

Können Sie ein paar Beispiele nennen, um den Ansatz von Comau Powertrain zu erläutern?

ch glaube, das beste Beispiel ist ein neueres Projekt mit einem extrem anspruchsvollen Kundenwunsch, was die Markteinführungszeit betrifft.

Der Kunde ist FCA in Trenton (USA), und das Beispiel, das ich meine, ist das Tigershark-Projekt, eine Montagelinie für die Fertigung von Tigershark-Motoren.

Für dieses Projekt konnten wir eine rekordverdächtige Markteinführungszeit festlegen: 180 Tage nach Auftragseingang ging die Anlage mit der Fertigung von 200.000 Stück pro Jahr in Betrieb. bestehend aus einer komplett automatisierten SmartCell-Linie und einer manuellen Motorenmontagelinie mit 70 Stationen.

Worin sehen Sie die zukünftigen Herausforderungen für Powertrain?

Wir müssen uns weiterhin darauf konzentrieren, unsere Marktposition zu festigen. Dazu müssen wir zwei parallele Wege beschreiten:

  1. Investitionen in neue Technologien wie PTWA und MQL (Minimalmengenschmierung).
  2. Weitergehende Standardisierung von Produkten und Prozessen.

Lassen Sie mich den zweiten Punkt anhand eines Beispiels erklären. Stellen Sie sich vor, wir könnten eine Maschine in drei verschiedene Teile aufteilen, was die Metallbearbeitungsphase betrifft:

  1. ein vollständig standardisierter Teil, der für alle Kunden und alle Regionen geeignet ist
  2. ein zweiter Teil, der für einzelne Kunden und Regionen zum Standard wird
  3. ein dritter Teil, der mit einem bestimmten Prozess und einer bestimmten Maschine verknüpft ist

Indem wird das Produkt in Sektionen aufteilen, können wir mit einem Teil der Maschine schneller anfangen, weil wir sicher sein können, dass der Standardteil des Projekts, ungeachtet der kundenspezifischen Anforderungen, stets bereit ist. So können wir einen unterbrechungslosen Produktionsfluss gewährleisten.

Anschließend installieren wir die speziellen und maßgeschneiderten Teile an diesem standardmäßigen Basisteil. Auf diese Weise kann bei Erteilung des Kundenauftrags schon der spezifische Teil des Projekts entwickelt werden, der allein auf kundenseitigen Anwendungen und Anforderungen basiert. So können wir Qualität und Reproduzierbarkeit gewährleisten und gleichzeitig die Markteinführungszeit insgesamt verkürzen.

In der Praxis diversifizieren wir bereits unsere Produktionsstandorte. 40% der Aufträge kommen heute aus China, während unsere Metallbearbeitungsmaschinen in Europa gefertigt werden. Bis Ende 2015 werden anfangen, sie in China zu montieren, um näher am Kunden zu sein, und die Markteinführungszeit weiter zu verkürzen.

Nennen Sie uns die wichtigsten Zahlen in Bezug auf Comau Powertrain.

  • 4 aufeinanderfolgende Jahre mit Gewinn in allen Regionen
  • Handelsgewinn in den letzten 3 Jahren bei 20 Millionen Euro stabilisiert
  • Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in 4 Jahren verdoppelt
  • Ende 2015 mehr als 1.000 Mitarbeiter​
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